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GIG-Studienreise 2014 nach Barcelona

 

Die diesjährige Reise der GIG führte 17 Mitglieder unserer Gesellschaft in die katalanische Hauptstadt Barcelona. An vielen Stellen der einst die Innenstadt umgebenden Befestigungsanlagen erinnern große Tafeln an den 11. September 1714, den Tag, an dem die Truppen König Philipps V. die Stadt nach heftigen Kämpfen einnahmen. Der Durchbruch durch die Wälle gelang an der Stelle, an der heute die ehemalige Markthalle El Born steht. Ausgrabungen unter der Halle haben den Platz wieder ans Tageslicht gebracht, eine Ausstellung zeigt die Fundstücke der Haushalte und die Fundamente der zerstörten Gebäude. Am Beginn des Spanischen Erbfolgekriegs hatten sich die Katalanen für den habsburgischen Erzherzog Karl als neuen König ausgesprochen, der auch von Großbritannien, den Niederlanden, Portugal, Savoyen, Preußen und Hannover unterstützt wurde. Ludwig XIV. von Frankreich befürchtete eine neue Umklammerung durch das Haus Habsburg und erhob Erbansprüche für Philipp von Anjou, der auch von der Kurie unterstützt wurde. Nach dem Tode Kaiser Josefs I. wurde der Habsburger im Jahre 1711 als Karl VI. zum Römisch Deutschen Kaiser gekrönt.  Der Frieden von Rastatt 1714 beendete den Krieg,  Karl VI. trat seine Ansprüche auf Spanien an König Philipp V. ab, er selbst erhielt als Entschädigung die spanischen Nebenländer. Auch die übrigen Verbündeten wandten sich ab und auf sich allein gestellt konnte Katalonien der Übermacht nicht standhalten und musste sich dem Sieger ergeben. Die Infotafeln erinnern an die an den einzelnen Abschnitten der Festungsanlagen kommandieren Offiziere und beschreiben die Schicksale der Verteidiger. Die Eroberung vor 300 Jahren ist für die heutigen Bewohner ein Schicksalsjahr, der neue König strich alle katalanischen Freiheiten und Privilegien, um die es bei einem angestrebten Referendum gehen soll. Die autonome Provinz erwirtschaftet 17% des spanischen Sozialprodukts und ist Geberprovinz für große Teile des Landes, wogegen sich eine starke politische Strömung wendet. Unsere Partner in Barcelona erwarten am 9. November 2014 ein klares Votum für mehr Eigenständigkeit.

 

Barcelona zeigt sich als moderne, lebendige Stadt mit einer alten, verwinkelten Innenstadt, dem Bari  Gotic und neuen, sorgfältig geplanten Erweiterungen nach der Schleifung der alten Stadtbefestigung im 19. Jahrhundert. Großzügige Prachtstraßen wie La Rambla, die Uferpromenaden und die Flanierstraßen zu den Bauten der Weltausstellung 1929 durchziehen die Stadt, daneben bestimmen die Gebäude für die Olympischen Spiele 1992 das Stadtbild. Besonders ausgeprägt sind die Zeugnisse des Jugendstils Ende des 19. Jahrhunderts, in Spanien „Modernisme“ genannt. Bekanntester Vertreter ist Antonio Gaudi, der viele markante Häuser entwarf. Sein Mäzen war der geadelte Industrielle Güell, der aus seinem Vermögen u. a. den Park Güell[1] auf einem Hang am Stadtrand mit seinen faszinierenden Gebäuden errichten ließ. Diese Anlage war seinerzeit ein finanzielles Debakel, heute dagegen eine Touristenattraktion. Das Wohnhaus der Familie Güell, Palau Güell, ist ein Beispiel für die perfekte Ausnutzung eines nicht sehr großem Grundstücks in der Innenstadt, in dem vom Pferdestall über Empfangs- und Gesellschaftsräume bis zu den Privaträumen und der Hauskapelle alle Fassetten eines großbürgerlichen oder Adelspalais perfekt untergebracht sind. 

 

Unsere Besichtigung der Stadt begann auf dem Berg Montjuic, von dem früher eine Festung Barcelona beherrschte, das ganze Stadtgebiet und der Hafen liegt dem Besucher dort zu Füßen. Der steile Abhang zum Meer wird als Friedhof genutzt. Die sanft abfallende Rückseite trägt die Bauten zu den Olympischen Spielen und zur Weltausstellung 1929 sowie den Poble Espangna. Dieses Museumsdorf wurde ebenfalls zur Weltausstellung eröffnet und zeigt markante Gebäude aus allen spanischen Provinzen in halber Größe, ein mit vielen Geschäften, Gaststätten und Werkstätten belebtes Museum, der Zugang durch ein monumentales Eingangstor, nach einem Tor der gewaltigen Stadtmauer von Avila errichtet. In der Stadt war am nächsten Tag die Baustelle der Kirche Sagrada Familia des Architekten Gaudi das Ziel, die als Predigt in Stein geplant wurde. Grundsteinlegung war im Jahre 1882, ein Jahr später übernahm Gaudi die Bauleitung um die letzten zwölf Jahre seines Lebens keine andere Arbeit mehr zu übernehmen. In seinen letzten Jahren wohnte er sogar auf der Baustelle und betrat sein Wohnhaus nicht mehr. Inzwischen sind die Arbeiten weit fortgeschritten und in zwölf Jahren soll das große Bauwerk vollendet sein. Gaudi hatte die Bauzeit mit zweihundert Jahren angesetzt, ähnlich den großen Kathedralen des Mittelalters, an denen  Jahrhunderte gebaut wurde. Die Kirche ist eine fünfschiffige Basilika mit einem dreischiffigen Querschiff und siebzehn schlanken Türmen, ein einmaliger Entwurf.

 

Sehr interessant war auch der Besuch  des Hospital de Santa Creu i Sant Pau, ein einzigartiger Klinikkomplex im Jugendstil, zu großen Teilen von dem katalanischen Bankier Pau Gil gestiftet. Grundidee ist, die Kranken sollen in einer Gartenstadt, umgeben von Kunstwerken, in hellen und freundlichen Räumen genesen. Heute ist das Hospital verlegt, die Gebäude werden nach und nach restauriert und neuer Nutzung zugeführt. Beeindruckend ist der Entwurf, der zu seiner Zeit vorbildlich Aufnahme, Untersuchung und Therapie regelte, alle Gebäude sind durch unterirdische Gänge verbunden, Pflegekräfte und Kranke konnten vor Witterungseinflüssen geschützt, alle Stationen erreichen. Die Außenseiten aller Häuser zeigen eine bunte Mischung von Elementen des Mittelalters und des arabischen Baustils, minarettartige, schlanke Türme, Wegkreuze und farbenfrohe Kuppeln harmonieren mit farbig gestrichenen Wänden in parkartig gestalteter Umgebung. Ein größerer Kontrast zu den meist engen und dunklen Wohnungen der weniger bemittelten Schichten ist kaum denkbar.  Auch in den übrigen Straßen, die im 19. Jahrhundert neu angelegt wurden, finden sich zahlreiche Privatgebäude im Jugendstil, sie zeigen die Fantasie und Kreativität der Erbauer und ihrer Architekten, zeugen aber zudem von der wirtschaftlichen Potenz der sich rasch ausdehnenden Stadt. Ein herausragendes Gebäude ist das Konzerthaus, Palau de la Musica Catalana, ein herausragendes Zeugnis der katalonischen Modernisme. In der Altstadt gelegen errichtete der Architekt Lluis Domènech i Montaner 1905-1908 auf begrenztem Grundstück ein Kleinod für  Musikdarbietungen. Eine riesige Skulpturengruppe ziert eine Ecke, reich mit Steinmetzarbeiten und Mosaiken geschmückt zeigen sich die Wände, Bach, Beethoven und Wagner schauen von oben auf die Passanten herab. 

 

Im Gegensatz zu den großzügig geplanten Straßen und Gebäuden der mit der Stadterweitung neu erschlossenen Gebiete ist die Altstadt, Barri Gotic und Barri La Ribera, dicht bebaut mit engen, winkligen Gassen. Besonders die Seitengassen sind sehr schmal, die hohen Häuser lassen nur wenig Licht in die Wohnungen. Zentrum der Altstadt ist die Kathedrale, deren Grundstein am 5. Mai 1298 gelegt wurde. In den Neubau wurden Reste der Vorgängerbauten aus dem 6. Jahrhundert, die beim Einfall der Araber unter Al-Mansur 985  zerstört worden waren und einer 1058 geweihten romanischen Basilika einbezogen. 1448 war die Kirche in den wichtigsten Teilen fertig gestellt, der Glocken- und der Uhrturm wurde danach hinzugefügt, die heutige Hauptfassade 1887-1898 errichtet. Als letzter Bauschmuck wurde von 1906-1913 der wuchtige Turm über der Mitte der Fassade erbaut. Der Innenraum aus drei fast gleich hohen Schiffen ist 91 m lang und 28 m hoch, mächtige Bündelpfeiler tragen das Gewölbe, ein lichter Chor schließt den Kirchenraum. Ein Kreuzgang ist an die Kirche angebaut, der innere Bereich ist als Garten mit einer üppigen Vegetation angelegt, in einer Ecke ein Gehege für dreizehn gut genährte Gänse, sicher kein schlechter Wohnplatz für das Federvieh. Nahe der Kathedrale der Palau Episcopal mit seinem mit drei Schwalben und einer Schildkröte geschmückten Briefeinwurf und die wichtigsten Verwaltungsgebäude, dem Palau de la Generalitad  und dem Rathaus am Placa de Sant Jaume. Dicht dabei der höchste Punkt der Altstadt, in der Carrer Paradies mit einem Mühlstein vor einem gotischen Haus gekennzeichnet. In dem zugänglichen Innenhof stehen die letzten korinthischen Säulen des römischen Tempels für Roma und Augustus aus dem 1. -2. Jahrhundert. Eines der wenigen Gebäude der Renaissance ist der Palau del Lloctinent, der Palast der Vizekönige, eine herrlich gestaltete Holzdecke über der Ehrentreppe zeigt sich den Besuchern. Viele schöne Plätze laden in der Altstadt zum Verweilen ein, kleine Geschäfte und eine freundliche Gastronomie lassen die Zeit rasch vergehen.

 

Der numismatische Höhepunkt der Reise war der Besuch des Museu Nacional d’Art de Catalunya mit seinen umfangreichen Sammlungen, besonders der romanischen Kunst. Das 1934 eröffnete Museum ist in dem spanischen Ausstellungsgebäude der Weltausstellung  von 1929 untergebracht, einem riesigen Bau am Hang des Montjuic oberhalb der Placa d’Espanya, dem weitläufigen Eingangsbereich des Areals der Weltausstellung. Bauschmuck des Vestibüls mit seiner Prachtstraße sind ein großzügig gestalteter Brunnen und zwei Backsteintürme in der Art venezianischer Kampanile. Im ersten Stockwerk des Museums ist das Münzkabinett untergebracht. In siebenundzwanzig Schaukästen wird die Münzgeschichte von Aragon und Katalonien chronologisch dargestellt. Die ältesten Prägungen stammen von den griechischen Städten Emporion und Rhoda. Beide Städte liegen an den Ausläufern der Pyrenäen zum Mittelmeer, Emporion ist eine Gründung von Massilia, Rhoda wurde von Siedlern aus Rhodos im 6. Jahrhundert v. Chr. gegründet. Die ausgestellten Prägungen von Emporion beginnen in der Zeit 475-450 v. Chr. Die Prägungen von Rhoda stammen aus dem 3. Jahrhundert v. Chr. Daneben sind viele Prägungen der Keltiberer, auch als Hortfunde aus  dem 2. und 1. Jahrhundert v. Chr. ausgestellt. Zahlreich sind die Republikdenare, die augusteischen Provinzialprägungen und die Münzen der römischen Kaiserzeit, hier beginnt die Reihe mit einem  Aureus des Augustus. Es folgen die Münzen der Westgoten, der Karolinger und der Grafschaften im Grenzgebiet zwischen dem Reich der Franken und der Araber. Auch die Münzen der Arabischen Eroberer sind vorhanden.  Die königlichen Prägungen beginnen mit König Jaume I. 1236-1276, zu seinen Besitzungen zählten auch  Valencia, Mallorca und Sardinien. Lokale Prägungen und Siegelabdrucke vervollständigen die Ausstellung.

 

Die Habsburger Karl V. und seine Nachfolger sind mit schönen Exemplaren vertreten, auch die Medaille von H. Reinhart d. Ä. von 1537 für Karl V. ist ausgestellt. Breiten Raum nimmt der Spanische Erbfolgekrieg ein, neben dem von Ludwig XIV. unterstützen Philipp V. ist auch Karl III. gut vertreten. Die Münzen Josef Napoleons zeigen die Besetzung Spaniens unter Napoleon, daneben stehen die spanischen Kriegsprägungen im Namen Ferdinand VII. Aus dem 19. Jahrhundert sind mehrere bedeutende Funde ausgestellt. In dieser Zeit liefen in Spanien französische Gold- und Silbermünzen in großer Zahl um, sie übertrafen die Häufigkeit spanischer Prägungen bei weitem, die ausgestellten großen Hortfunde machen dies deutlich. Es folgen die spanischen Münzen bis zu den Europrägungen. Neben Marken und Zeichen und einigen Münzstempeln fehlt auch das Papiergeld des Spanischen Bürgerkriegs 1936-1939 nicht. Die chronologisch geordnete Präsentation ist in gut beleuchteten Schaukästen untergebracht, hier bleiben keine Wünsche offen. Leider war die angebotene Literatur nur in katalanischer oder spanischer Sprache erhältlich, Übersetzungen in andere Sprachen fehlten.

 

Die Folgetage brachten eine Fahrt zum 70 km entfernten Kloster Montserrat und in die alte Stadt Tarragona. Das Kloster liegt wie angeklebt an dem steilen Hang des „zersägten Bergs“,  darüber türmen sich weitere riesige Felsen. Die Gebäude wurden in Napoleonischer Zeit von  französischen Truppen 1811 komplett gesprengt und erst nach dem Ende der Besetzung Spaniens wieder neu aufgebaut. In den Jahren der Regierung General Francos war das Kloster ein Hort katalanischer Eigenständigkeit. Der Besucherzustrom per Bus, Auto und Zahnradbahn hält den ganzen Tag an. Es ist gut, die Visite früh am Tag zu beginnen, dann ist der Klosterbereich noch nicht überlaufen. Um 12.00 Uhr singt in der Kirche der Knabenchor des klösterlichen Internats, von den klaren Stimmen und der guten Akustik konnten sich die GIG-Mitglieder überzeugen. Ziel der Pilger ist das ausgestellte Bild der schwarzen Madonna, der „La Moreneta“, wie sie liebevoll genannt wird.

 

Tarragona liegt 100 km südlich von Barcelona am Meer. Griechische Siedler aus Massilia gründeten die Stadt unter dem Namen Tarrakon, unter den Scipionen im Krieg der Römer gegen die Karthager erlangte sie als wichtiger Stützpunkt große Bedeutung. Zeitweise Residenz des Augustus erhielt sie den Rang einer römischen Kolonie, Colonia  Julia Victrix Tarraconensis und Hauptstadt der Provinz Hispania Tarraconensis[2]. Von der römischen Stadt zeugt noch die weitgehend erhaltene Stadtmauer aus großen Steinblöcken, der im Spanischen Erbfolgekrieg eine weitere Mauer mit Bastionen vorangesetzt wurde. Erhalten sind auch das Theater und das Amphitheater, das Museum zeigt viele römische Funde, darunter großflächige Mosaiken, zahlreiche Skulpturen und Reliefs sowie eine kleine Auswahl Münzen. Ein Relief in der Information stellt die römische Stadt vor, deren Hauptstraßen noch heute bestehen, ein Teil des ehemaligen Hippodroms ist ein freier, von Geschäften und Gaststätten gerahmter Platz. An der Stelle des römischen Jupitertempels am Forum, der am Beginn der Herrschaft Kaiser Vespasians (69-79) auf dem höchsten Punkt der Altstadt fertig gestellt war, wurde über einer großen Freitreppe die Kathedrale mit ihrem reichen Westportal errichtet. Der Bau des der hl. Thekla geweihten Gotteshauses wurde 1171 begonnen, 1331 konnte die Kirche geweiht werden. Ein sehenswertes Museum ist direkt angeschlossenen und in den Rundgang einbezogen. Angebaut ist ein schöner Kreuzgang mit einem gepflegten Innenhof, darin im Zentrum ein Brunnen, umgeben von Bäumen,  Sträuchern und blühenden Rosenstöcken.

 

Den mitgereisten GIG-Migliedern bot sich ein volles Programm mit vielen Sehenswürdigkeiten und Höhepunkten, das keine Wünsche offen lies. Der Rückflug konnte mit angenehmen Erinnerungen und neuen Erkenntnissen angetreten werden. Im kommenden Jahr wollen wir uns in Breslau wiedersehen und einen Abstecher nach Krakau in das wieder erstandene Numismatische Museum im Palais Chapski unternehmen.

 

Georg Sänger

 



[1] Der Park Güell ist Motiv für eine neue 2 Euromünze Spaniens zum 100. Jahrestag der Fertigstellung 2014.

[2] Augustus wollte die Bergvölker Nordwestspaniens unterwerfen und die Gebiete in das Römische Reich einverleiben. Wegen seiner schwachen Gesundheit war er aber den Strapazen des Soldatenlebens nicht gewachsen, daher übertrug er das Kommando an seine Generale. Der Legat Carisius führte die römischen Truppen zum Erfolg, als Legatus Augusti pro Praetore prägte er in der neu gegründeten Colonia Emerita die Münzen zur Bezahlung der Truppen.

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Protokoll der 

 

Jahreshauptversammlung der Gesellschaft für Internationale

Geldgeschichte (GIG) Gemeinnützige Forschungsgesellschaft e.V.

am 05.04.2014 in Frankfurt am Main

 

 

Mit dem Heft 272 der Geldgeschichtlichen Nachrichten (GN) waren die Mitglieder unserer Gesellschaft unter Angabe der Tagesordnung fristgemäß zur Jahreshauptversammlung  nach Frankfurt am Main eingeladen worden.

Der Präsident unserer Gesellschaft, Christian Stoess, eröffnete wenige Minuten nach 10 Uhr die Versammlung, zu der 34 aus ganz Deutschland angereiste Mitglieder der Gesellschaft und etliche Gäste begrüßt werden konnten. Die Versammlung war damit beschlussfähig.

Den ersten Vortrag hielt Dr. Matthias Ohm aus Stuttgart, der Titel lautete „reformatio in nummis – Die Reformation in Südwestdeutschland auf Münzen und Medaillen“. Der Beitrag passt gut zur Reformationsdekade und wird in einem besonderen Artikel in den GN veröffentlicht.

Es folgte der Vortrag von Hofrat Dr. Michael Alram aus Wien, sein Thema lautete „Numismatik am Hindukusch – Das Geld der Hunnen“. Die Forschung in diesem Gebiet am Rande der Spätantike und der Zeit der Völkerwanderung wird in Wien seit der grundlegenden Arbeit von Prof. Robert Göbl gepflegt.  Das Thema ist wegen der wechselnden Herrschaftsverhältnisse in den östlichsten Satrapien des Persischen Weltreichs sehr vielschichtig. Auf die griechischen Herrscher Baktriens folgten Herrscherdynastien aus vielen asiatischen Völkern aus den weiten Steppengebieten, die teilweise nebeneinander regierten. Der Vortrag wird als eigener Artikel in den GN veröffentlicht.

Der Präsident der Gesellschaft verlieh anschließend den Ehrenpreis der GIG unter dem Beifall der Mitglieder an Hofrat  Dr. Alram.

Am Nachmittag stand ein Besuch mit  Führung durch die Ausstellung „Jaffa, das Tor zum Heiligen Land“ im Bibelhaus auf dem Programm. Jaffa, von den Griechen Joppe genannt, ist einer der wenigen Häfen an der Küste Palästinas und wurde dadurch früh zu einem Lande- und Umschlagplatz, damit auch zu einem Einfallstor für unterschiedliche Kulturen. Wirtschaftliche, kulturelle, politische und religiöse Interessen treffen sich seit Jahrtausenden an diesem Knotenpunkt. Das Bibelhaus sieht als modernen Vergleichsplatz die Stadt Frankfurt, hier ist es der wichtige internationale Flughafen, dort der alte Seehafen, an beiden Orten treffen Menschen unterschiedlichster Herkunft zusammen. Jaffa war als Grenzhafen dem Wettstreit und Miteinander unterschiedlichster Einflüsse ausgesetzt. In der Antike den Reichen der Ägypter und Herrscher Kleinasiens, Griechen und den Hasmonäerkönigen, Römern, Byzantinern, Arabern und Kreuzfahrern. Die Ausstellung folgt diesen Spuren und beschreibt die Auswirkungen von Migration und Kulturtransfer. Toleranz und Intoleranz wechseln mit Herrschern und Besatzern bis in die jüngste Zeit.

Vor Jaffa spielen biblische Geschichten und antike Mythen. Der unwillige Prophet Jonas versuchte mit einem Schiff den Anweisungen Gottes zu entkommen und fuhr nach Westen. Als sein Schiff in einen Sturm geriet und alle Besatzungsmitglieder zu ihren Göttern flehten, schlief allein Jonas friedlich. Der Aufforderung der übrigen Mitreisenden, auch zu seinem Gott zu beten, schlug Jonas ab, er wolle Gott nicht mehr gehorchen, der ihm eine Reise nach Ninive geboten hatte, er verlasse lieber sein Heimatland, man möge ihn ruhig über Bord werfen, was dann auch geschah (Jonas 1, 1-16). Im Meer wurde er von einem Wal verschluckt und nach drei Tagen wieder ausgespiehen (Jonas 2, 1-11). In Römischer Zeit war das Skelett eines Wals am Strand von Jaffa eine Touristenattraktion. Im Mythos geht es um einen Felsen vor der Küste, den Andromeda-Felsen. Hier sollte die schöne Andromeda den Meeresungeheuern geopfert werden, aber der Held Perseus erschien rechtzeitig und rettete die Unglückliche vor dem ihr bestimmten Schicksal. In der Zeit der Kreuzzüge war Jaffa der wichtige Hafen zur Pilgerfahrt nach Jerusalem. Kaiser Friedrich II. ließ hier eine Inschrift in arabischer Sprache anbringen, der welt- und sprachgewandte Herrscher hatte einen Friedenschluss mit dem Sultan ausgehandelt. Dies war eine große Ausnahme in den nicht endenden  Auseinandersetzungen um das Heilige Land.

Die Ausstellung zeigt anschaulich die vielseitigen Verflechtungen Jaffas im Laufe der Jahrhunderte, zahlreiche Bilder und Fundstücke geben einen guten Einblick. Einen besonderen Glanzpunkt stellt ein Fund von 108 arabischen Goldmünzen dar. Daneben sind auch weitere im Lande gängige Münzen  unterschiedlicher Epochen ausgestellt. In der Dauerausstellung sticht ein Sesterz mit der Darstellung des vollbesetzten Kolosseums hervor. Das Flavische Amphitheater war nach der Niederwerfung des Jüdischen Aufstands gegen Rom 66-70 von Kaiser Verspasian über den Resten des „Goldenen Hauses“, dem  Palastes  Neros gebaut und von seinem Sohn Titus eingeweiht  worden.

Es folgten die Vereinsregularien. Der Präsident berichtete über das abgelaufene Geschäftsjahr. Die Arbeit der Geschäftsstelle läuft reibungslos, die Arbeit an der Neugestaltung der Zeitschrift GN unter dem neuen Chefredakteur  Marc Philipp Wahl vom Institut für Numismatik der Universität Wien zeigt gute Erfolge. Die Betreuung des Internetauftritts der GIG ist eine Aufgabe, die im alten Jahr nicht mehr gelöst werden konnte, wer diese Aufgabe übernehmen möchte, möge bitte Kontakt mit der Geschäftsstelle aufnehmen.  Der Fehlbetrag des Haushalts konnte durch Einsparungen gegenüber dem Vorjahr halbiert werden.

Es folgten die Berichte des Schatzmeisters und der Prüfbericht der Kassenprüfer, die eine fehlerlose Arbeit bescheinigten. Dem Vorstand wurde in der anschließenden Abstimmung von der Versammlung mit 26 Stimmen bei 8 Enthaltungen ohne Gegenstimmen Entlastung erteilt. Als unabhängige Kassenprüfer für das Geschäftsjahr 2014 wurden ohne Gegenstimmen bei  2 Enthaltungen die Herren Kaiser und Welte benannt, beide nahmen die Aufgabe dankenswerterweise an.

Den Abschluss bildete das traditionelle Lichtbilderquiz, wegen Problemen mit der Vorführtechnik diesmal in Papierform, das Thema  lautete „Jubiläen und Gedenken“. Neben dem Gewinn neuer Kenntnisse lockte auch der Gewinn einer Münze oder eines Fachbuchs.

Dem Historischen Museum der Stadt Frankfurt sei Dank gesagt, dass die GIG ihre Jahresversammlung wieder in ihrem Haus abhalten durfte.

Georg Sänger


 

Reisebericht Studienreise 2013 nach Dublin

Donnerstag, 29. August, 15:20 Uhr

Der Reisebericht zur GIG-Studienreise nach Dublin ist nun online.

Die neue GN 269 - September 2013 ist da

 

Mittwoch, 28. August, 12:23 Uhr

Die neue GN Ausgabe 269 ist mitllerweile an alle Mitgleider versandt worden.
In diesem Heft sind u.a. Aufsätze von:
Georg Sänger: Studienreise 2013 der GIG nach Dublin; Bernd Kluge:„Unter grosser Gefahr und Risico bei mässigem Vortheil“. Veitel Ephraim und die jüdischen Münzentrepreneurs in Preussen unter Friedrich dem Grossen; Hubert Emmerig: Die Kornjudenmedaillen in der Sammlung Brettauer; Rainer Pudill & Rasmus Thelen:Eine Gruppe römischer Provinzmünzen aus Judäa/Galiläa unter besonderer Berücksichtigung von Exemplaren mit Legions-Gegenstempeln; Sebastian Richter U.A.: Neuheiten aus aller Welt; Norbert Kotzek & Lothar Schumacher: Neue Medaillen und Plaketten.

 


 

GIG E-Mailadresse

Montag, 26. August, 13:27 Uhr

Die Gschäftsstelle der GIG ist zur Zeit nur über die E-Mailadresse Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!" target="_blank">Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar, sobald die alten Mailadressen wieder funktionieren, informieren wir Sie hier.

 


 

Schatzregal nun auch in Nordrhein-Westfalen?

Sonntag, 9. Juni, 14:34 Uhr

Nordrhein-Westfalen ist neben Bayern das einzige Bundesland, in dem noch nicht das Schatzregal gilt. Finder und Grundeigentümer sind hier die Eigentümer eines Schatzes, es besteht lediglich eine Meldepflicht an die zuständigen Behörden, damit die archäologischen Funde für die wissenschaftliche Forschung gesichert sind. Wohl hauptsächlich diesem Umstand ist es zu verdanken, dass in NRW und Bayern deutlich mehr Funde der wissenschaftlichen Forschung zur Kenntnis gelangen als in den Ländern, in denen ein Schatzregal besteht. Die gegenwärtige Regierung in NRW will dies nun ändern, am Donnerstag fand hierzu eine Anhörung statt.

 

Bei SPIEGEL ONLINE erschien ein interessanter Artikel mit angehängtem Blog: zum Artikel

 


Die neue GN 267 - Mai 2013 ist da

Dienstag, 14. Mai, 8:09 Uhr

Die neue GN Ausgabe 267 - Mai 2013 - ist mittlerweile an alle Mitglieder versandt worden. In diesem Heft sind Aufsätze der Herren Stefan Gropp: „Aufnahme der Freiherren zu Batenburg und Anhalt als Münzstände in den niederrheinisch-westfälischen Kreis“; Johannes Friedl: „Mehrteilige Sätze auf Münzen? Bild und Legende in der Römischen Reichsprägung.“; Rainer Pudill: „Napoleon Bonaparte. Glorreiche Schlachten und bittere Niederlagen. Teil II“; Sebastian Richter:“Neuheiten aus aller Welt“; Norbert Kotzek und Marco Müller: „Neue Medaillen und Plaketten“; u.v.m

 


GIG-Studienreise 2013 nach Dublin

Donnerstag, 21. März, 12:12 Uhr

Die GIG-Studienreise 2013 nach Dublin findet vom 18.06. bis 23.06.2013 statt. Nach der Rückkehr werden wir auf der GIG-Internetseite darüber berichten.

Die neue GN 266 - März 2013 ist da

Freitag, 1. März, 14:05 Uhr

Die neue GN Ausgabe 266 - März 2013 - ist mittlerweile an alle Mitglieder versandt worden. In diesem Heft sind Aufsätze der Herren Rainer Pudill:"Napoleon Bonaparte. Glorreiche Schlachten und bittere Niederlagen auf Medaillen"; Peter N. Schulten:"Datierungsfragen 250 V. CHR./250 N. CHR. im Gebiet zwischen Iran und Indien"; Sebastian Richter:"Neuheiten aus aller Welt"; Norbert Kotzek:"Neue Medaillen und Plaketten" u.v.m